1996-2016 Annual Multimedia

„Das Annual Multimedia begleitet hautnah die Entwicklung der multimedialen (Erfolgs-)Geschichte im deutschsprachigen Raum, kommentiert sie, bewertet sie, präsentiert Standards und Trendsetzendes.“

Werner Lippert, Gründer, Initiator und Altherausgeber

  • 1996 – Die Multimedia-Szene im Aufbruch

    Covergestaltung: Init GmbH, Büro für Gestaltung, Bielefeld

    „Die Multimedia-Szene ist im Aufbruch. Sie ist noch ohne Orientierung und erkennbare Richtung, ohne Übereinkünfte und ureigene Kategorien“, schreibt Werner Lippert im Vorwort des ersten Annual Multimedia Jahrbuchs. Deshalb wolle man Anstöße geben und zur sinnvollen Kategorienbildung beitragen, formuliert Lippert die Ziele des neu gegründeten Wettbewerbs. Eine Sammlung der Besten solle das Jahrbuch bieten, „die allen, die sich am Markt orientieren wollen, als Vorbild dienen kann.“ Den Markt transparenter und überschaubarer machen, auch dies sei eine Aufgabe. Diesen Ansprüchen ist der Annual Multimedia Award bis heute treu geblieben. So hat Werner Lippert in doppelter Hinsicht Recht behalten: „Diese Redaktion ist auf die Zukunft angelegt. Der Interessierte kann so Jahr für Jahr die Entwicklung des Multimedia-Marktes gleichsam in einer Zeitreihe verfolgen – die Entwicklung eines Marktes, der schon heute von vielen als der Markt der Zukunft bezeichnet wird.“
  • 1997 – Dabei sein ist alles

    Covergestaltung: Init GmbH, Büro für Gestaltung, Bielefeld

    Die Branche kommt in Bewegung. Die Zahl der Einsendungen wächst im gleichen Maße wie die technischen Möglichkeiten. Wer noch nicht im Internet ist, denkt darüber nach. Nicht immer werden die Chancen, die das Internet bietet, genutzt: „Das Ausloten der wirklich sinnvollen (Einsatz-)Möglichkeiten hat mit der Entwicklung nicht Schritt gehalten“, stellt die Jury im zweiten Jahr des Wettbewerbs fest. „Für die Kommunikation ist das Internet die größte Herausforderung seit der Einführung des Fernsehens“, bringt es Thomas Koch in seinem Autorenbeitrag auf den Punkt.
  • 1998 – Vom Hype zum Business as usual

    Covergestaltung: Gruber + König, Augsburg

    Bis 1998 hat sich die Zahl der Unternehmen, die im Internet vertreten sind, fast vervierfacht. Während die einen den Boom des Internets heraufbeschwören, beklagen andere, es erreiche nur einen geringen Teil der Bevölkerung. Deutschland führt als erstes Land eine eigene Gesetzgebung für den Cyberspace ein, das Informations- und Kommunikationsdienstegesetz, kurz luKDG. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung – nicht weit genug, wie Kritiker befinden. Trotz aller Widersprüche: Mehr und mehr trennt sich die Spreu vom Weizen. Multimedia wird zu einem Business und das rein Experimentelle weicht dem wohlüberlegten Mediengerechten.
  • 1999 – Vom Hype zur Neuen Sachlichkeit und weiter!

    Covergestaltung: Gruber + König, Augsburg

    Nach dem Gestaltungs-Hype der ersten Jahre, dem Ausprobieren all dessen, was technisch und gestalterisch möglich und machbar ist, schließt sich dem totalen Bildschirm-Overload eine gestalterische Sachlichkeit an. In den Augen der Jury sind die Ergebnisse manches Mal fast zu puristisch – ein Extrem jagt das andere. Ein Blick über den Teich auf Sites amerikanischer Absender, wo sich mehr Dramaturgie, Emotion, mehr TV-Likeness findet, kündigt an, dass der neuen Sachlichkeit wiederum bald die neue Erlebniswelt folgen wird: „Eine Welt, die die Stärken des Internets bei Service- und Nutzenorientierung verbindet mit den Möglichkeiten der dramaturgischen Inszenierung und der Nutzung der Multi-Medialität.“
  • 2000 – Die digitale Revolution auf dem Weg ins 21. Jahrhundert

    Covergestaltung: Grafikfabrik, Regensburg

    „Ist es der Abschied von der Gutenberg Galaxy und der Aufbruch ins Digitale Zeitalter?“, fragt Werner Lippert in seinem Vorwort zum Annual Multimedia 2000, das in den letzten Tagen des alten Jahrtausends erscheint. Das Internet wird normaler. Immer mehr Multimedia-Beiträge zeichnen sich in Gestaltung, Navigation und Aufbau durch das aus, was sie sind: Servicebeiträge für den User. Eine anderer Trend: Das Internet wird temporärer, schneller und aktueller. Mehr Microsites und zeitlich begrenzte Aktionen entstehen. Erste Anwendungen vermitteln einen Eindruck vom Internet der Zukunft, das laut Edward Horowitz, Internet- und E-Commerce Manager der Citibank in New York, „wie Live-Fernsehen“ sein soll.
  • 2001 – Jahr 1 der Mobilisierung

    Covergestaltung: Grafikfabrik, Regensburg

    Die Branche ist weiterhin im Aufwind. Noch einmal verdoppelt sich die Zahl der Einreichungen im Vergleich zum Vorjahr. Ein Anlass für die Jury, die eigene Arbeit kritisch zu reflektieren: „Das Annual Multimedia ist ein Medium, das die Bandbreite des Multimedia-Angebotes in Deutschland aktuell aufzeigt. Es dokumentiert auf einem hohen Qualitätslevel die Produktion des laufenden Jahres.“ Im Rückblick auf das erste Jahr des neuen Jahrtausends konstatiert Werner Lippert: „2000 – Das Jahr des integrierten (Internet-)Marketing, der userfreundlichen Navigation, der offensiven Emotionalisierung und der erfolgreichen Personalisierung, das Jahr 1 der Mobilisierung.“ Erste Möglichkeiten, über WAP-Sites auf die Internetauftritte zuzugreifen, Palm-Tools und andere Formen der mobilen Kommunikation zeigen, dass eine neue Kommunikationsform entsteht.
  • 2002 – Im digitalen Wechselbad der Gefühle

    Covergestaltung: Grafikfabrik, Regensburg

    Die Schwierigkeiten der New Economy stecken vielen in den Knochen und die Rezession, verstärkt durch die Ereignisse des 11. September, hat niemanden unberührt gelassen. Trotzdem ist die Zahl der eingereichten Wettbewerbsbeiträge so hoch wie nie zuvor. Auch die Zahl der einreichenden Agenturen steigt weiter. Benutzerfreundlichkeit wird in härteren Zeiten zu einem der wichtigsten Kriterien im Internet Business. „Wir sind sicher, Usability wird zu dem Prüfkriterium der Auftraggeber werden. Und zum möglichen Stolperstein für Agenturen“, schreibt Werner Lippert. Ein Lichtstreif am Horizont: Aus Sicht der User geht es dem Internet gut. Wachsende User-Zahlen und steigende Nutzungsdauer geben Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft.
  • 2003 – Das Jahrbuch als Krisenbarometer

    Covergestaltung: Andrej Schmidt, Berlin

    Das achte Annual Multimedia Jahrbuch erscheint in schwierigen Zeiten, nachdem sich im Vorjahr der Markt selbst bereinigt hat: Nur 50 Produktionen werden nach dem Platzen der Dotcom-Blase ausgezeichnet; viele große Namen verschwinden aus der Öffentlichkeit, neue werden vorgestellt. Und es reifen neue Entwicklungen heran. „Mobile Kommunikation“ ist seit 2001 in aller Munde und schafft es in diesem Jahr als neue Wettbewerbsdisziplin ins Jahrbuch. Anfangs skeptisch begutachtet, heute eine nicht mehr wegzudenkende Anwendung.
  • 2004 – Licht am Ende des Tunnels

    Covergestaltung: Andrej Schmidt, Berlin

    Die Talsohle scheint erreicht, angesichts der zahlreichen Anmeldungen zum Wettbewerb 2004. Die Jury freut sich besonders, dass die Arbeiten der Agenturen auch wieder gewagter und kreativer sind, was mutige Kunden voraussetzt. Das belohnte sie in diesem Jahr mit 64 Auszeichnungen. Außerdem verkünden die neun Juroren das Ende der CD-ROM. Stattdessen investierten Unternehmen vermehrt in Banner und Microsites. Unter dem Hauptnenner „Cash for Content“ beleuchten die Autoren im Jahrbuch, wie im Netz Geld verdient werden soll. Eine Branche schöpft voller Tatendrang wieder Hoffnung.
  • 2005 – Das Annual wird 10

    Covergestaltung: Andrej Schmidt, Berlin

    „Aus einer Szene im Aufbruch wurde eine erwachsene Szene“, kommentiert Initiator Werner Lippert nicht ohne Stolz das 10-jährige Jubiläum des Annual Multimedia Wettbewerbs. Der E-Commerce boomt, als wäre die Blase nie geplatzt: Mehr Menschen denn je nutzen das Internet täglich, nicht nur zur Information, auch zum Entertainment. Die Multimedia-Anwendungen haben eine Entwicklung genommen, die kaum hätte rasanter sein können: Mehr Sound in besserer Qualität, mehr Animation, mehr Streaming. Oder wer konnte sich noch vor ein paar Jahren vorstellen, dass es tageszeitabhängige Webseiten geben wird? Was gerade noch ein Nischenprodukt war, wird schnell zum Massenphänomen.
  • 2006 – Web 2.0 – die Zukunft des Internets?

    Covergestaltung: studioselzam, Frankfurt

    Die Zahl der eingereichten Wettbewerbsbeiträge explodiert nahezu. Die Branche hat sich endgültig erholt. Die Zukunft des Internets liegt im Web 2.0. „Immer mehr Menschen folgen ihrem Bedürfnis, interaktiv zu sein. Blogs, Votings und andere Optionen schaffen zunehmend neue Angebote und Raum, Interaktivität zu realisieren“, resümiert Werner Lippert eine Entwicklung, die sich jedoch erst mit einiger Verzögerung ab 2008 auch konsequent in den eingereichten Arbeiten wiederfindet. Blogs und Rich Clients sind die Themen der redaktionellen Beiträge. Das Trendbüro Hamburg gestaltet in seinem kreativen Beitrag einen „besonders innovativen Weg, den User einzubeziehen“ – die Schwarmintelligenz.
  • 2007 – Ein Erfolgsjahr – die Branche feiert sich selbst

    Covergestaltung: studioselzam, Frankfurt

    „Mehr Einsendungen. Von mehr Agenturen. Mit höherer Qualität.“ Nicht nur Werner Lippert gerät angesichts des Erfolgsjahres 2007 ins Schwärmen. Auf der Jurysitzung gibt es viel zu lachen: Zahlreiche Wettbewerbsbeiträge setzen sich auf spielerische und humorvolle Art mit dem Medium selbst und seinen Möglichkeiten auseinander. Nicht nur die eingereichten E-Magazine zeigen endgültig: Die Zeiten, in denen der Content aus Printprodukten recycelt wird, sind passé. Online ist ein „klassisches“ Medium geworden, das sich über sich selbst verständigt.
  • 2008 – Das soziale Netz

    Covergestaltung: studioselzam, Frankfurt

    „Unter den vielen guten Beiträgen, die wir sahen, war eines kaum zu übersehen: Google Maps dominiert das Web“, so der Herausgeber über den Wettbewerb 2008. Die neuen Wettbewerbskategorien „E-Mail-Marketing“ und „Blogs“ werden gut angenommen. Auch die redaktionellen Beiträge des Jahres werten das Web 2.0, die soziale Vernetzung im Internet und ihre Folgen für User und Journalisten aus. Der Autor Peter Glaser bringt es in seinem Beitrag auf den Punkt: „In früheren Jahren drohte das Netz zur längsten Schaufensterflucht der Welt zu verstummen – jetzt summt und brummt es sozial.“
  • 2009 – Siegeszug der komplexen Multimedia-Installationen

    Covergestaltung: studioselzam, Frankfurt

    Entwicklungen, die sich in den letzten Jahren angekündigt haben, verfestigen sich: Dass das Fernsehen tot und Filme in Zukunft über das Internet konsumiert werden, scheint besiegelt; keine Website, die heute ohne Film oder Spot auskommt. Der Euphorie in Bezug auf Web 2.0 ist Pragmatismus gewichen: Was nutzt der Blog, wenn die User nicht mitmachen? Komplexität ist das Zauberwort: Die Navigation wird raffinierter, der Content gehaltvoller, die dahinterstehende Technik aufwendiger. Einen Siegeszug vollführen die Multimedia-Installationen, denen im Wettbewerb 2010 auch eine eigene Kategorie gewidmet wird.
  • 2010 – Das Jahr der Wirtschaftskrise

    Covergestaltung: studioselzam, Frankfurt

    Auftraggeber und Agenturen standen im letzten Jahr unter extrem hohem ökonomischen Druck: Jede Ausgabe wurde unter die Lupe genommen, viele Budgets vom Controlling gestrichen. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb ein Jahr mit besonders kreativen Ideen. Eine umwerfende Konvergenz von Programmierung und Art Direktion entstand. Die Generation Internet steht in den Startlöchern und ändert künftig die Berufsbilder in den Agenturen. Neu für die Leser: Seit diesem Jahr können die Highlights der Annual Multimedia Fachartikel als Apps abgerufen werden.
  • 2011 – Social Media allüberall

    Covergestaltung: studioselzam, Frankfurt

    In einem waren sich in diesem Jahr alle einig: Social Media ist die Zukunft des Marketings und wer mit seinen Kunden in den nächsten Jahren nicht in den sozialen Netzwerken agiert, wird große Probleme bekommen – so die Warnung der Experten. „Wie nie zuvor gab es Einreichungen zu Mobile und Blog und Facebook und Twitter“, resümiert Werner Lippert. Außerdem: Spannende Augmented Reality-Produktionen waren im Vormarsch. „Das ‚Annual Multimedia’ wird ab sofort ein anderes sein“, damit verabschiedet sich der Initiator und Gründer des Awards Werner Lippert und übergibt den Juryvorsitz nach 16 Jahren an den langjährigen Wegbegleiter des Annuals, Michael-A. Konitzer.
  • 2012 – Neues Jahr, neuer Herausgeber

    Covergestaltung: raumservice – Agentur für Ereignisse und Gestaltung, Stuttgart

    Veränderung bleibt Trend: Auch in der 17. Auflage stellte die Jury rasante Entwicklungen in Design und Technik fest. Bemerkenswert war vor allem die Vielfalt der digitalen Formate. Dabei verschmelzen immer häufiger die Kategorien oder sie werden in einer integrierten Kampagne mehrfach bespielt. Absolutes Must ist die Einbindung der User. Sie sind nicht nur die Protagonisten von Events, sondern entwickeln Produkte neu und weiter und beteiligen sich als Reporter oder Blogger.
  • 2013 – Die Evolution des Digitalen

    Covergestaltung: raumservice – Agentur für Ereignisse und Gestaltung, Stuttgart

    Mit großen Schritten geht es Richtung Web 4.0. Die Zukunft liegt in der Verschmelzung von Inhalten und sozialen Beziehungen. Klarer Gewinner dieser Entwicklung und das Epizentrum, um das sich alle Trends des Jahres drehen: der User. Egal ob Social Media, Websites oder Apps, Design, Technik oder Ideen.
  • 2014 – Flat Design & Content Marketing

    Covergestaltung: HerburgWeiland, München

    „Flat Design“ und „Content Marketing“: Nicht nur die Autoren Oliver Perzborn und Henry Steinhau hinterfragen die Trendbegriffe des Jahres, sie hallen auch in den Gold-Gewinner-Projekten des Wettbewerbs nach. Kampagnen wollen Geschichten erzählen, Webseiten weiten sich zu umfangreichen Informationsplattformen aus, dabei werden die Interfaces online und an den Terminals intuitiver, die Navigation schlanker. Inhalte und Design werden mehr und mehr originär digital entwickelt / gedacht.
  • 2015 – Das Netz wird schön.

    Covergestaltung: HerburgWeiland, München

    Templates allüberall – die Diskussion, ob Webdesign tot ist oder länger leben wird, bestimmt die Jurysitzung Ende 2014. „Viele luftige, souveräne, moderne und intuitiv zu navigierende Webauftritte. Die gute Nachricht: Das deutsche Web ist optisch attraktiver geworden“, resümiert Michael-A. Konitzer. Die schlechte: Gestalterische Gleichförmigkeit macht sich unter den eingereichten Websites und Microsites breit. Was jetzt zählt sind relevante Inhalte, eine saubere Umsetzung der Designvorlagen und, wie seit 19 Jahren, gute Ideen.
  • 2016 – 20 Jahre Annual Multimedia = 20 Jahre digitaler Wandel

    Covergestaltung: HerburgWeiland, München

    Zwanzig Jahre wird das Annual Multimedia alt. So lange spiegelt es präzise die anhaltende Lebendigkeit digitaler Kommunikation. Herausgeber Michael-A. Konitzer und Elder Annual-Man Werner Lippert schauen zurück und stellen fest: So selbstverständlich wir auch das Internet, smarte Alltagsbegleiter und digitale Anwendungen in allen Lebensbereichen nutzen, sind wir noch mittendrin im digitalen Wandel, der gleichermaßen innovativ wie disruptiv auf die Werbe- und Kreativlandschaft einwirkt. Ein Zukunftswunsch der Jury in diesem Jahr: stärkere Personalisierung der digitalen Angebote … Wir dürfen weiterhin gespannt sein.